HIDDENSEE – Das Inselmagazin

Veröffentlicht am 14. Juni 2026 um 20:20

Fotos von Danny Gohlke

Madita Sommer, viel Hafermilch und meine Geschichte

Zuerst einmal möchte ich sagen: Ich habe mich sehr gefreut, in der aktuellen Ausgabe des Inselmagazins vorgestellt zu werden. Und die Fotos von Danny Gohlke finde ich wunderschön – weshalb ich einige davon sogar hier auf meinem Blog verwenden darf. 

Beim Lesen des Artikels musste ich allerdings an einigen Stellen schmunzeln. Da haben sich ein paar Missverständnisse eingeschlichen und manches klingt irgendwie nach einer anderen Lara als der, die ich bin. Das soll kein Vorwurf an Antje sein – ich freue mich über den Artikel und möchte hier einfach die Gelegenheit nutzen, meine Geschichte noch einmal selbst zu erzählen.

Ich bin nicht erst „vor ein paar Jahren“ nach Hiddensee gekommen. Die Insel begleitet mich schon seit ich 16 bin. Mein Vater kam durch das Segeln hierher und brachte mich ebenfalls dem Segel Hobby nahe und ab da von Ostern bis Oktober fast jedes Wochenende auf diese Insel. Irgendwann hatte ich hier Freunde, Lieblingsorte und das Gefühl, angekommen zu sein. 2019 stand für mich fest: Ich möchte hier leben. Im März 2020 bin ich dann endgültig nach Hiddensee gezogen.

Auch mein Café entstand nicht aus einer spontanen Eingebung. Die Begegnung mit meinem heutigen Vermieter war zwar wichtig, aber die Ideen hatte ich sofort selbst im Kopf. Ich wusste direkt, wie der Raum aussehen könnte und was für einen Ort ich schaffen möchte. Gemeinsam mit meinem Vater habe ich alles geplant und umgesetzt und im Mai 2024 durfte ich endlich die Türen von Maditas Sommer öffnen.

Kurz zum Titel des Artikels: Wenn schon Milch, dann bitte Hafermilch. 😉

Die passt nämlich viel besser zu meinen Kaffeebohnen, aus der Bio-Rösterei Carles bei Kaarst. Bei dieser Hafermilch habe ich mich ganz bewusst für etwas Besonderes entschieden. Nach langem Suchen und ausprobieren, verwende ich nun eine Hafermilch Maschine, die mir täglich, frische und perfekte Barista Qualitäts-Milch produziert. 

Das passt einfach viel besser zu mir und zu meinem Kaffee, als herkömliche Hafermilch und als Mandelmilch.

Mein Café ist rein pflanzlich. Aber ich sehe das gar nicht als Etikett oder Besonderheit. Die Menschen kommen nicht zu mir, weil irgendwo ein Schild hängt. Sie kommen wegen des Kaffees, des hausgemachten Kuchens, der selbstgerollten Zimtschnecken, wegen der Suppe des Tages oder einfach, weil sie sich wohlfühlen. Und genau das freut mich jedes Mal aufs Neue.

Bevor ich mein Café eröffnet habe, war ich Tiermedizinische Fachangestellte – ein Beruf, den ich sehr geliebt habe. Dass ich ihn aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, war damals schwer für mich. Heute denke ich manchmal, dass mich genau dieser Umweg dorthin geführt hat, wo ich jetzt bin.

Auf Hiddensee baut man sich sein Leben meistens Schritt für Schritt auf. Erst findet man Arbeit, dann eine Unterkunft und irgendwann wird aus einer Insel ein Zuhause. Gerade Wohnraum ist hier knapp und das betrifft natürlich auch Betriebe wie meinen. Ich kann nicht einfach jemanden einstellen, wenn es keinen Ort gibt, an dem die Person wohnen kann. Das betrifft Sommeraushilfen genauso wie Festangestellte.

Heute bin ich Mutter und Cafébesitzerin und versuche jeden Tag, all diese Rollen unter einen Hut zu bekommen. Im Moment öffne ich mein Café am Nachmittag, weil meine Tochter noch klein ist und erst im Herbst in den Kindergarten kommt. Nicht jeder Tag läuft perfekt und ich bin längst nicht immer so routiniert, wie manche vielleicht denken. Aber ich mache das alles mit ganzem Herzen. Meiner Meinung ist es das, worauf es ankommt.

Und eines stimmt aus dem Artikel auf jeden Fall:

Ein Leben ohne Hiddensee kann ich mir tatsächlich nicht mehr vorstellen.

Diese Insel hat mich viele Jahre begleitet, bevor ich hierhergezogen bin. Heute ist sie mein Zuhause. Und ich kann mir kaum etwas Schöneres vorstellen, als dass meine Tochter hier aufwächst – zwischen Wind, Meer, Möwen und all den besonderen Menschen, die diese kleine Insel zu dem machen, was sie ist.

Foto von Danny Gohlke


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